Besuch der Partnerschule in Krakau
Bericht vom Besuch unserer Partnerschule in Krakau, dem Liceum Ogòlnoksztalcace w Krakowie

Der Austausch wurde ermöglicht durch Mittel des Deutsch-Polnischen Jugendwerks. Wir bedanken uns herzlich!
Am Mittwoch starteten wir pünktlich um 8 Uhr mit dem Bus von Lübeck nach Krakau. Nach einer zwölfstündigen Fahrt kamen wir gegen 21 Uhr auf dem ZOB von Krakau an, wo wir herzlich von unseren Austauschschülern und Austauschschülerinnen empfangen wurden. Anschließend ging es zu unseren Gastfamilien; wir konnten uns ein wenig kennenlernen und unsere Sachen auspacken. Dabei mussten wir uns auf Englisch verständigen. So endete der erste Abend mit viel Vorfreude auf die nächste Woche.
Am Donnerstag fuhren wir gemeinsam mit unseren Austauschschülern und Austauschschülerinnen zur Schule. Dort wurden wir von den polnischen Lehrkräften begrüßt und wir lernten uns bei verschiedenen Spielen besser kennen. Anschließend begleiteten wir unsere Austauschschüler und Austauschschülerinnen in eine Unterrichtsstunde. So konnten wir einen Einblick in den polnischen Schultag gewinnen, u.a. im Polnisch-, Deutsch- oder Sportunterricht. Frau Haupt hat sich eine Sportstunde angesehen, Herr Tappe eine Geschichtsstunde. Die Notenskala ist übrigens genau umgekehrt in Polen, eine „6“ ist die beste Note!
Danach machten wir uns gemeinsam mit der Straßenbahn auf den Weg in die Altstadt von Krakau. Bei einer Stadtführung erfuhren wir viel über die Geschichte der Stadt und besichtigten einige ihrer bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Dazu gehörten unter anderem das Grunwald-Denkmal, die beeindruckende Marienkirche und die Wawelburg. Nach der Führung hatten wir Freizeit in der Stadt. Einige Schüler und Schülerinnen sind in einem traditionellen polnischen Lokal essen gegangen, andere haben in einem Jugendzentrum miteinander Billard und Kartenspiele gespielt.
Am Freitag begannen wir den Tag mit sportlichen Aktivitäten in der Schule. Nachdem wir uns umgezogen hatten, sind wir zusammen in die alte Sporthalle der Schule gegangen und haben in gemischten Gruppen Spiele gespielt, die unsere Zusammenarbeit und die Verbindung zwischen den polnischen und deutschen Schülern und Schülern gestärkt haben. Eine der viele spaßigen Aktivitäten, die wir an diesem Morgen gemacht haben, war, dass eine Person Bewegungen vorgemacht hat, die die anderen nachmachen mussten. Das war sehr lustig, da viele Bewegungen unvorhersehbar waren. Weitergehend wurden wir in zwei gemischte Gruppen aufgeteilt, mussten in Liegestützstellung gehen und immer eine Person musste unter die anderen bis zum Ende kriechen. Nachdem wir uns sportlich ausgelassen hatten, haben wir alle zusammen mit unseren Körpern die Wörter „Polska“ und „Germany“ nachgeschrieben.
Anschließend sind wir jeweils zu sechst, wiederum in gemischten Gruppen, von der Schule aus losgelaufen und haben im Rahmen einer Stadtrallye das Stadtviertel Nowa Huta erkundet, eine sozialistische Mustersiedlung für das nahe gelegene Hüttenwerk (Nowa Huta liegt eine halbe Stunde mit der Straßenbahn von der Krakauer Altstadt entfernt). Dort arbeitet aber heutzutage nur noch ein Bruchteil der ehemaligen Belegschaft. Bei der Besichtigung sollten wir verschiedene Aufgaben erfüllen, wie zum Beispiel vor dem Ludowy-Theater eine Szene von Romeo und Julia nachzuspielen. Es wurde genau dieses Stück auserwählt, da das Theater in den neunziger Jahren durch ein Projekt zur Aufführung von Romeo und Julia mit Punks und Skinheads bekannt wurde. Das sollte ein Zeichen gegen Hass und Gewalt sein.
Als sich am Ende alle Schülerinnen und Schüler am Staudamm von Nowa Huta eingefunden hatten, hat eine der polnischen Lehrerinnen uns noch ein Eis spendiert, was bei diesen hochsommerlichen Temperaturen ein besonderer Genuss war.
Den späten Nachmittag konnten wir mit den anderen Austauschschülern und Austauschschülerinnen oder in den Gastfamilien verbringen. Ein paar Schülerinnen und Schüler gingen entspannt durch den Park, der rund um den Staudamm angelegt worden war, andere kochten oder gingen mit ihren Austauschschülern und Austauschschülerinnen essen, wiederum andere machten noch Ausflüge in die Umgebung.
Am Samstag hatten wir ein freien Tag, den die polnischen Schülerinnen und Schüler geplant hatten. Daher waren alle Schülerinnen und Schüler auf unterschiedlichen Ausflügen. Ein paar haben sich dazu entschieden, die Stadt und ihre Geschichte weiter zu erkunden, andere waren in der Einkaufspassage oder haben sich mit Freunden von den polnischen Schülerinnen und Schülern getroffen und machten somit noch mehr Bekanntschaften in Krakau. Eine größere Gruppe hat den Tag im Freizeitpark „Energylandia“ verbracht. Dieser hat die meisten Achterbahnen in ganz Europa, sodass ihr Tag mit Achterbahnenfahrten gefüllt war.
Am Sonntag waren wir in Auschwitz und haben uns der bedrückenden Vergangenheit des Nationalsozialismus gestellt. Geführt wurden wir von einer deutschsprechenden Polin, die uns alles genau erklärt hat. Begonnen haben wir die Tour in Auschwitz 1, dem Stammlager, welches durch das Eingangstor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ bekannt ist. Einige Schülerinnen und Schüler berichteten im Nachhinein, dass sie von dem Eingangstunnel, der von der Rezeption bis zum Tor führte, besonders berührt waren, da die Namen vieler Lagerinsassen aufgesagt wurden, die Besucher und Besucherinnen hingegen schweigen sollten.
Danach ging es zu Auschwitz 2 (Birkenau), dem eigentlichen Vernichtungslager. Dort sind wir durch das bekannte Tor mit den Bahngleisen davor gegangen, haben die Reste von Gaskammern und die Baracken der Frauen gesehen. Dadurch, dass wir in eine Baracke hineingehen durften, konnten wir die Schrecklichkeit dieses Ortes besonders wahrnehmen. Übrigens war dies der einzige Programmbaustein, bei dem deutsche und polnische Jugendliche getrennt waren. Nach dieser Besichtigung hatten wir noch etwas Freizeit in den Familien, wobei wir die Eindrücke erst einmal verarbeiten mussten. Viele haben mit den Gastfamilien über die Bedeutung von Auschwitz gesprochen und geschichtliche Zusammenhänge hergestellt.
Am Montag haben wir mit unseren Austauschschülern und Austauschschülerinnen einen Ausflug nach Zakopane unternommen. Zakopane ist das Zentrum des polnischen Wintersports. Um 8 Uhr morgens trafen wir uns in der Nähe der polnischen Schule und fuhren gemeinsam mit dem Bus in Richtung Süden. Die Fahrt dauerte ungefähr zwei Stunden. Auf dem Weg konnten wir die zunehmend hügeligere Landschaft und die typischen Holzhäuser bewundern. Um 10 Uhr trafen wir unsere Bergführerin, mit der wir zu einem Wasserfall im Tatra-Gebirge wandern wollten. Leider mussten wir die Wanderung nach kurzer Zeit abbrechen, weil ein starkes Gewitter aufzog. Wir machten das Beste daraus und wanderten zur größten Skischanze Polens. Danach besuchten wir ein Museum über die Flora und Fauna des Tatra-Gebirges. Dort lernten wir viel über den Schutz der Natur und darüber, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt ist.
Gegen 14 Uhr hatten wir Freizeit und konnten die bekannte Einkaufsstraße Ulica Krupówki erkunden. Viele nutzten die Mittagspause, um etwas zu essen und sich auszuruhen. Trotz des schlechten Wetters war es ein abwechslungsreicher Tag.
Der Dienstag begann mit einer Stadtführung durch das jüdische Viertel von Krakau, Kazimierz. Während unseres Rundganges erfuhren wir viel über die Geschichte des Stadtviertels und konntenviele historische Gebäude und eine Synagoge besichtigen. Tatsächlich lag der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Krakau vor dem Holocaust bei rund 25%. Heute leben nur noch ca. 150 Juden und Jüdinnen in der Stadt. Nach der Stadtführung ging es zum Bowlingcenter. Neben dem Bowling gab es auch verschiedene Spielautomaten und weitere Freizeitangebote. Dabei traten wir in kleinen Gruppen gegeneinander an und probierten verschiedene Spiele aus. Auch die Lehrerinnen und Lehrer hatten eine Menge Spaß. Anschließend haben wir gemeinsam Pizza gegessen. Da alle ziemlich hungrig waren, war die Pizza aber schnell weg. Am nächsten Morgen starteten wir bereits um 7 Uhr unsere Heimreise. Nach dieser erlebnisreichen Woche fiel uns der Abschied nicht leicht.
Großzügig gefördert wurde die Fahrt vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk.
Wir sagen herzlichen Dank.
Lillie Beier ,9b, Xenia Schleining, 9b, Adina Schelewsky,10a, Mac Beth, Eb, H. Tappe, Lateinlehrer
Fotograph H. Tappe
Bild 1
Das Bild zeigt das Eingangstor zum Konzentrationslager Auschwitz mit der zynischen Aufschrift: "Arbeit macht frei"
Bild 2
Das Bild zeigt das Eingangstor zum Konzentrationslager Auschwitz mit der zynischen Aufschrift: Arbeit macht frei.
Bild 3
Die gemischte Schülergruppe spaziert über den Markt von Krakau, dem Rynek.
Bild 4
Eine Schülergruppe auf einem Wanderweg. Leider war der Tag regnerisch, so dass wir die Wanderung abbrechen mussten.
Bild 5
Unsere Stadtführerin und eine Schülergruppe bestaunen das Barbakan, das berühmte Stadttor Krakaus.
Bild 6
Die gemischte Schülergruppe steht auf den Eingangsstufen vor unserer polnischen Partnerschule.
Bild 7
Schüler und Schülerinnen spielen verschiedene Spiele in der Spielhalle. Es gab dort auch zu essen und zu trinken.
Bild 8
Schülerinnen beim gemeinsamen Kennenlernen am Morgen des ersten Tages in der polnischen Schule.
Bild 9
Gemeinsames Turnen und Spielen in der Sporthalle.
Bild 10
Das Bild zeigt das Innere der Marienkirche zu Krakau mit Blick auf die Orgel. Es findet sich viel Rot, Blau und Gold.
Bild 11
Logo des DPJW
Der Austausch wurde ermöglicht durch Mittel des Deutsch-Polnischen Jugendwerks. Wir bedanken uns herzlich!
LEIBNIZ-GYMNASIUM BAD SCHWARTAU